Freitag, 28. März 2008All-in oder nicht All-in?Es ist wieder kurz vor Semesterbeginn, ich dümpele geistig so vor mich hin und spiele viel Poker. Ich bitte zu entschuldigen wenn ich im Moment etwas langweilig und thematisch einseitig bin. Einem Freund von mir ist gestern eine Hand passiert, bei der wir uns nicht über die beste Spielweise einig sind. An die genauen Details erinnere ich mich nicht mehr, aber es ging ungefähr so. Wir sitzen an einem Tisch mit 1ct/2ct blinds. Es gibt in dieser Hand drei relevante Menschen, mein Freund, A und B. A callt die 2ct preflop, mein Freund hat KK und raised auf 12, also ein ziemlich starkes raise. Auf dem Flop kommt Q, 3, Q, alles rainbow. In dieser Hand waren noch viele Leute drin, also checkt mein Freund, irgendwer wird schon eine Dame haben. A checkt, B setzt 18, ein relatives schwaches Raise, der Pot ist ~70ct. Mein Freund callt (hier gibt er selber zu, dass es ein schwacher call war). A callt. Eine 5 auf dem Turn, mein Freund checkt mit seinen Kings, A und B auch. Auf dem River kommt ein weiterer K, mein Freund hat jetzt ein Full House und würde jetzt selbst eine Dame schlagen, die wahrscheinlich einer von beiden hat. A setzt 67ct, B foldet. Mein Freund geht für 4,29$ all-in, A callt und zeigt pocket Queens. Man muss sagen, dass A ein super slow play hingelegt hat, auch ohne das all-in wäre das ein netter Pot mit value gewesen. Nur: War es schlau, mit dem Full House am Ende all-in zu gehen? Ich denke nein. A hat 12 ct preflop gecallt, das macht er kaum mit Q5 oder Q3, ein kleineres Full House bis auf den Turn konnte man ausschließen. QK wäre eine realistische Möglichkeit gewesen und ich hätte ihn wohl auch darauf gesetzt. Das wäre auch konsistent mit dem betting gewesen. 12,18ct gecallt und dann auf dem River, als das Full House kommt, 67ct. Nun hatte mein Freund das bessere Full House und die 2nd Nuts. Hätte er darauf sagen wir mal 1$ gesetzt, wäre A all-in gegangen und man hätte callen müssen, aber hätte man mit so einem 1$ bet auch value gekriegt? AQ bei A hätte ein all-in vielleicht gecallt, aber <QT wohl eher nicht, dafür ein 1$ bet vielleicht schon. Und wenn man A auf Aces setzt (wo auch das ein oder andere für sprach), kriegt man ihn vielleicht nur mit einen 50ct bet zu callen. Ich war auf jeden Fall kein Fan von dem all-in, nicht nur weil er etwas zu leichtsinnig gegen die Nuts gelaufen ist, sondern auch weil man so kein value kriegt, wenn man A keine Queens glaubt.
Ich geh jetzt weiter zocken.
All-in oder nicht All-in? Geschrieben von Turing
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08:17
Kommentare (0) Trackbacks (0) Samstag, 1. März 2008Die drei nervigsten Poker-Anfänger FehlerIch spiele gerne Poker, aber es gibt (nicht selten) Zeiten, wo ich mich nicht großartig konzentrieren will. Dann spiele ich oft um Spielgeld und treffe da entsprechend auf absolute Anfänger und/oder dumme Menschen. In der Regel kann man pro 9er Tisch etwa 2-5 Idioten rechnen, die die dümmsten Fehler machen. Das sind nicht zwingend einfach spielerische Fehler, das passiert mir ja selber ständig. Nervig sind nur absolute Dummheiten, die selbst dem größten Deppen komisch vorkommen müssten. Wenn man in einer solchen Hand nämlich auch noch unglücklich verliert, birgt das allergrößtes Hasspotential. All-In in der ersten Hand Zumindest bei Pokerstars Sit & Gos sind die Startblinds 10/20 und der Stack 1500. In jedem einzelnen Spielgeld-Turnier gehen direkt in den ersten paar Händen diverse Leute all-in, auch gerne ohne irgendwelche guten Karten zu haben. Das soll vermutlich den Sinn haben, dass man einfach auf Glück spielt und vielleicht früh verdoppelt. Wenn man verliert, dann war es halt Pech und das Spielgeld ist weg, wenn man gewinnt, hat man einen Chiplead. Blöderweise wissen diese Vollidioten meistens nicht, wie man einen Chiplead spielt und deshalb ist ihre "Strategie" meist nur, auf eine mehr oder weniger gute Hand zu warten, wieder all-in zu gehen und auf Glück zu hoffen. Das ist natürlich kein Poker, höchst dämlich und besonders deshalb so schlimm, weil die Typen sich nach einer gewonnenen Hand auch noch besonders toll finden. Geht doch Roulette spielen, bitte. Ständige Minimum-Raises Es gibt Leute, die spielen ungefähr 3/4 der Hände (was zwar nicht besonders erfolgsversprechend, aber okay ist). Diese Leute raisen oft jedes einzige Mal das minimum oder setzen eben entsprechend das minimum. Diese "Taktik" ist ungefähr nie richtig. Man kann raisen, wenn man eine riesige Hand hält und erwartet, dass der andere Spieler callt, dann raised man allerdings sicher nicht minimum. Oder man raised, weil man jemanden aus der Hand drängen will, das schafft man allerdings niemals mit einem mimimum raise. Nur wenn man die absolut beste Hand hält und möglichst viel Geld bei vielen Spielern in den Pot kriegen will, kann man klein raisen, damit viele Spieler callen und den Pot vergrößern. Wenn die Blinds abnormal hoch sind kann man außerdem klein raisen, weil das manchmal reicht, um andere Spieler raus zu drängen. Das wars aber auch schon, ansonsten macht ein minimum-raise fast nie Sinn. Lasst den Scheiß doch. Draws überschätzen Dieser Punkt ist eigentlich nicht ganz so schlimm, aber trotzdem nervt es tierisch. Anfänger überschätzen oft ihre inside straight draws oder middle pair. Das führt dazu, dass sie jeden Scheiß callen, was in der Regel gut für denjenigen ist, der wirklich eine gute Hand hat (hoffentlich mich). Aber wenn so einer dann auf dem River noch einen seiner wenigen Outs trifft, und damit für seine Dummheit doch noch belohnt wird, lässt einen das schon an der Gerechtigkeit zweifeln.
Das sind also die drei Dinge, die mich an Spielgeld-Poker wahnsinnig aufregen. Und bevor einer "dann spiel halt Echtgeld-Poker wenn du so toll bist" sagt: Das tue ich auch, aber das entschuldigt die Blödheit mancher Leute halt nicht.
Die drei nervigsten Poker-Anfänger ... Geschrieben von Turing
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22:47
Kommentare (0) Trackbacks (0) Mittwoch, 17. Oktober 2007Blackjack oder Roulette?Wer ins Casino geht und sich (wie ich) als erstes fragt, bei welchem Spiel er mathematisch die besten Chancen hat zu gewinnen, landet zu meiner großen Verwunderung ziemlich oft bei Roulette. Das hat zumindest eine kurze, wenig repräsentative Umfrage in meinem Bekanntenkreis ergeben. Oft mit einem Zusatz wie "Wenn man mal so etwas wie Poker ignoriert". Zunächst kommt es bei Poker drauf an, mit welchen Einsätzen man spielt. Casinos halten von jedem Pot einen kleinen Teil ein, das so genannte "Rake". Wenn der Einsatz klein ist, übersteigt der Rake oft die möglichen Gewinne. Also verliert man hier auch über die Zeit, außer man hat einen deutlichen spielerischen Vorteil gegenüber seinen Gegnern. Aber zurück zum Roulette. Ich vermute, die Entscheidung für dieses Spiel basiert darauf, dass es nur eine einzige Zahl gibt, wo die Bank gewinnt (die Null). Dem gegenüber stehen die gaaaanzen, vielen Zahlen auf der Roulette-Scheibe, bei der die Bank nichts gewinnt. Deshalb glaubt man wohl, der Bankenvorteil müsse verschwindend gering sein. Die Gewinnquoten sind so allerdings so berechnet, als ob es die Null nicht gäbe. Das heißt, die Quote sind für alle einfachen Einsätze minimal zu klein oder konkret: Im Schnitt gewinnt die Bank bei allen einfachen Einsätzen 1,35%. Beim Baccara ist es sogar noch schlechter. Wenn der Spieler oder die Bank gewinnt ist der Bankvorteil bei 1%, im Falle eines Unentscheidens jedoch knappe 15%. Das kommt zwar nur in 10% der Fälle vor, ist deswegen trotzdem nicht gerade vorteilhaft für den Spieler. Auch Let it Ride-Poker hat etwa 2% Bankvorteil. Zum Vergleich: Deutsches Lotto hat eine Ausschüttungsquote von 50%. Wenn man also für 120 Millionen alle möglichen Reihen tippt, beträgt die Gewinnerwartung lächerliche 60 Millionen. Nach 2 Monaten Lottospiel hat man damit aus 120 Millionen Euro einen fünfstelligen Betrag gemacht. Der Champion unter den spielerfreundlichen Casinospielen ist Blackjack. Der Vorteil der Bank besteht, weil der Spieler zuerst dran ist. Wenn man über 21 kommt, hat die Bank automatisch gewonnen, auch wenn sie unter normalen Umständen ebenfalls über 21 gekommen wäre. Dieser Vorteil ist aber trotzdem gering, weil der Spieler schließlich auch eine Karte der Bank sieht und außerdem weiß, dass die Bank mindestens 17 erreichen muss. Sieht der Spieler also eine 4 bei der Bank, ist es oft gut, einfach auch mit 12 Punkten keine Karte mehr zu nehmen. Die Chance ist nämlich ganz gut, dass die zweite Karte der Bank 10 Punkte wert ist. Und mit 14 Punkten steht wiederum die Chance gut, dass die Bank noch eine hohe Karte erwischt und über 21 kommt. Der Bankvorteil ist damit bei Blackjack unter 0,5%, zumindest bei mathematisch perfektem Spiel. Ist natürlich blöd wenn Blackjack einem überhaupt gar keinen Spaß macht. So wie mir.
Blackjack oder Roulette? Geschrieben von Turing
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07:27
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Samstag, 6. Oktober 2007Pot OddsLetztens habe ich mit Freunden Poker gespielt und länger über eine Entscheidung nachgedacht. Weil ich auf Nachfrage erklären musste, was pot odds sind und wie man sie berechnet, kann ich das hier auch nochmal tun. Pot odds kommen ins Spiel, wenn man noch keine fertige Hand hat. Zum Beispiel hat man ein kleineres Päärchen (4,4 z.B.) und der Flop hat drei höhere Karten. Da kann man davon ausgehen, dass jemand mindestens ein höheres Paar hat und man eine dritte vier braucht, um die Hand zu gewinnen. Oder man sitzt auf einem flush oder straight draw und braucht noch eine Karte. Wenn der Gegner setzt, stellt sich die Frage, ob es sich mathematisch rechnet, zu callen und einen eventuell großen Pot zu gewinnen oder ob die Wahrscheinlichkeit zu klein zum callen ist. Dazu zählen wir zunächst die outs. Das sind Karten, die kommen könnten um deine Hand zu einer starken Hand zu machen. Sagen wir, du hättest 7,9 beides Karo. Auf dem Flop kommen 6,10,K, davon die letzten beiden Karo. Da liegt also ein flush draw und einen inside straight draw. Da wären zunächst alle restlichen Karo, die einen flush machen würden. Das sind 2,3,4,5,6,8,J,Q,A, also 9 outs. Dazu kommen drei achten, die eine straight machen würden. Die 8 Karo haben wir vorher schon gezählt, die zählt jetzt nicht mehr. Insgesamt hast du damit 12 outs. Übrigens: Vorsicht bei einem flush. Wenn noch viele Gegner im Spiel sind, ist möglicherweise 7,9 nicht der höchste flush. Da geht man gerne mal pleite mit. Die Formel für "nach dem Flop" ist jetzt: 2 * outs * restliche Karten + 2. Das "+2" ist auf 1 anzupassen, wenn man nur die odds für eine Karte ausrechnet. Siehe weiter unten. Bei uns also: 2 * 12 * 2 + 2 = 50% Chance, dass man auf Turn oder River eine starke Hand bekommt. Das hört sich jetzt ganz gut an, kann aber je nach Qualität des Gegner schwierig werden. Gute Gegner könnten nach dem Turn wieder wetten, deshalb rechnen wir lieber die Chance nur für den Turn aus: 2*12+1=25% Jetzt schauen wir uns an, was wir mit diesen odds callen könnten. Sagen wir, der Pot ist 250$ und der Gegner hat nach dem Flop 40$ gewettet. Man multipliziert die odds mit der Pot-Größe (inklusive der Wette des Gegners!). Dabei sind natürlich "25%" als 0.25 zu verstehen. 0.25 * 290= 72.5. Soviel könnten wir also guten gewissens callen, da der Gegner nur 40$ gewettet hat, wäre hier ein call angebracht.
Pot Odds Geschrieben von Turing
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11:31
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Sonntag, 30. September 2007Barry Greenstein macht esIch habe mich gefragt wann es das erste Mal passieren würde.. Ein Tisch mit Barry Greenstein und Greg Raymer ist ja schon cool genug, und dann DAS. Beim anschauen des H.O.R.S.E. Events beim WCOOP ist folgendes geschehen: PokerStars Spiel #12343506767: Turnier #70000021, $5000+$200 HORSE (Hold'em Limit) - Level VI (100/200) - 2007/09/29 - 18:09:23 (ET)
Barry Greenstein macht es Geschrieben von Turing
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00:13
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