Dienstag, 17. Juni 2008Wozu ein Kater alles gut sein kannNach so einem Deutschlandspiel und dem resultierenden Kater kann man großartig das Blog und alle Plugins aktualisieren. Das erste Mal seit vielen Monaten weiß ich nichts von irgendwelchen Fehlfunktionen, die ich theoretisch zu fixen hätte. Yay! Und die Blogroll habe ich im gleichen Atemzug auch noch aktualisiert.
Wenn mal jemand (Claudia?) einen kleinen Test-Trackback von einem WP Blog setzen könnte, wäre ich sehr verbunden, er kann ja auch gleich danach wieder gelöscht werden. Wenn es geklappt hat, bekomme ich eine Mail. Serendipity 1.3.1 soll da besser funktionieren.
Wozu ein Kater alles gut sein kann Geschrieben von Turing
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13:53
Kommentare (0) Trackbacks (2) Freitag, 13. Juni 2008Das WürfelspielIn der letzten "Schlag den Raab"-Ausgabe wurde ein Spiel gespielt, das mich fasziniert hat. Es geht so: Der erste Spieler würfelt mit einem Würfel. Ist es eine Zahl von 1-5, wird diese auf sein Punktekonto addiert und er darf nochmal würfeln. Ist es aber eine 6, verliert er alle Punkte wieder und der zweite Spieler ist dran. Man kann jederzeit aufhören zu würfeln, solange man keine 6 bekommt, dann werden die bisher erreichten Punkte auf ein Gesamtpunktekonto gutgeschrieben und der Gegner ist dran. Wer zuerst 50 Gesamtpunkte hat, ist der Sieger. Zum Beispiel könnte das Spiel so laufen: Spieler 1: 1,5,6 (Gesamt: 0) usw. Die Frage die ich mir sofort gestellt habe: Ab welcher Punktzahl lohnt es sich, aufzuhören? Natürlich würde man kaum mit einem Punkt an den Gegner abgeben, aber man würde auch nicht einfach drauflos würfeln, bis man seine 50 Punkte zusammen hat, denn die Wahrscheinlichkeit, dabei einmal eine 6 zu würfeln und alles wieder zu verlieren ist sehr hoch. Nun bin ich aber relativ schwach darin, das passende Wahrscheinlichkeitsmodell für solche Dinge zu finden. Selbst wenn ich eins finde, bin ich mir immer noch wahnsinnig unsicher, ob es das richtige war und ob damit nicht vielleicht die ganze Rechnung falsch ist. Viel besser bin ich darin, einfach ein Programm zu schreiben, das mir das Ganze simuliert. In dem Programm definiere ich einen "Cutoff", also eine Grenze, wo die virtuellen Spieler aufhören würden zu würfeln. Cutoff 10 bedeutet, dass der Spieler aufhört, sobald er >= 10 Punkte erreicht. Für jeden möglichen Cutoff habe ich dann jeweils 100.000 Spieler simuliert und das Ergebnis war.. nun ja.. interessant. Grafik gefällig? Das Ergebnis überrascht mich ehrlich gesagt. Zwischen Cutoff 7 und 30 ist es relativ egal, was man macht, immer braucht man im Schnitt 8-9 Würfelnrunden um die 50 Punkte zu erreichen. Das macht irgendwie auch Sinn, denn bei Cutoff 25 bräuchte man ja nur zwei erfolgreiche Runden um zu gewinnen, aber bei Cutoff 7 ist die Wahrscheinlichkeit durch eine 6 gekillt zu werden entsprechend kleiner. Trotzdem läuft das irgendwie gegen meine Intuition, dass eine so breite Spanne von Cutoffs die gleichen Werte hat. Wenn jemand tatsächlich Ahnung von Mathematik hat und mir das erklären könnte, wäre ich sehr dankbar.
Das Würfelspiel Geschrieben von Turing
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12:12
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Donnerstag, 12. Juni 2008Optimale Parkplatz-WegeHinter der Uni liegt ein großer Parkplatz. Hinter diesem Parkplatz steht ein Studentenwohnheim, in dem ein Freund von mir wohnt. Wenn ich ihn besuchen will, muss ich von einer Ecke des Parkplatzes zur anderen. Etwa so: Man könnte natürlich einfach den Gehweg benutzen: Aber das wäre nicht nur sehr langweilig, sondern auch rasend ineffizient. Die Wegkosten sind natürlich a*b. Die optimale Route kann man eigentlich nur nachts gehen, wenn der Parkplatz leer ist. Der optimale Weg wäre natürlich genau die Diagonale und damit nach Pythagoras (und meinetwegen noch der Dreicksungleichung) Da stellt sich einem chronisch gelangweilten Informatiker natürlich die Frage: Wie viel verliere ich dabei an Optimalität? Die Abmessungen habe ich persönlich vorgenommen (und sah dabei ganz schön blöd aus, wie ich zwischen den Autos einen Fuß vor den anderen setzte und leise mitzählte). Außerdem gibt es genau 17 solcher Parkinseln c und 17 Zwischenräume d, nicht nur 6 wie auf dem Bild suggeriert. Zeit für Mathematik.
Ich muss die Strecke b überbrücken während ich bei d diagonal gehe. Für die Anschaulichkeit sortiere ich das Problem mal in etwas Äquivalentes um: Der Winkel in dem ich gehen muss um von rechts nach links zu kommen ist Das ist zu meiner Überraschung und Freude ziemlich nahe an den optimalen 45°. Den kleinen Unterschied bezichtige ich einfach mal als Messfehler. Damit ist der Rest der Rechnung auch noch wahnsinnig einfach, denn der gesamte diagonale Weg ist damit Vergleichen mit dem optimalen Weg von
Optimale Parkplatz-Wege Geschrieben von Turing
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10:57
Kommentare (0) Trackbacks (0) Donnerstag, 12. Juni 2008Yeah!Nach vielen Stunden Debuggerei habe ich das Latex-Plugin in den Griff bekommen. Montag, 2. Juni 2008Meine schlimmste SuchanfrageGestern hat mein Blog folgende Suchanfrage verzeichnet: "nigger gewinnt bei raab" Verpiss dich. Verpiss dich, du dummes Arschloch. Nicht nur von meinem Blog. Ich meine, vor allem von meinem Blog, aber auch aus Deutschland. Aber das geht vermutlich nicht, weil im Ausland zu viele Ausländer sind. Dann bleib halt in Deutschland, aber bestell deinen verschissenen T-Online Anschluss ab und verbring deine Tage in deinem Keller, wo du meinetwegen den ganzen Tag vor dich hin Hassen kannst. Aber VERPISS DICH VERDAMMT NOCHMAL VON HIER. Arschgeficktes Nazi-Pack.
(Wenn jemand empfindlich ist: Mir egal, musste sein)
Meine schlimmste Suchanfrage Geschrieben von Turing
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17:57
Kommentare (5) Trackbacks (0) Donnerstag, 29. Mai 2008Rain Slick Ep1Meine Damen und Herren, Rain Slick ist ein verdammt nochmal großartiges Spiel. Es hat Humor, ist technisch gut umgesetzt, ist sowohl inhaltlich als auch äußerlich originell, hat keine nervigen Steuerungs-Schwächen und das Beste: Es läuft auf Windows, Mac und Linux. Man merkt, dass da ein paar Gaming-Fans (nämlich die gottesgleichen Penny Arcade Leute) ihre Finger im Spiel hatten. Wer Games mag, bringt eben keinen lieblosen Müll auf den Markt. Absoluter Kaufbefehl, insbesondere für Linux-User, die endlich mal ein paar Spiele auf ihrer Platform sehen wollen. Ihr müsste die Dinger dann eben auch kaufen, sonst bestätigt sich das Vorurteil nur noch mehr.
Update: Ich dachte, ich könnte es über mehrere Tage strecken, aber weit gefehlt. Ep1 alleine hat eine Spielzeit von 6-10 Stunden, und es wird dabei nie langweilig. Ich habe es gerade durchgespielt, ohne dabei nur ein einziges Mal aufgestanden zu sein. So viel Spaß hatte ich seit vielen Jahren mit keinem Computerspiel mehr. Wer sich Gamer nennt und das Ding nicht kauft wird ab jetzt mit dem Arsch von mir nicht mehr angeguckt. Oh, und die Credits? Unterlegt mit Soundtrack von MC Frontalot. Geht es besser? Antwort: Nein. Montag, 26. Mai 2008Folding@homeTja Stanford, Folding@home ist ja im Prinzip eine gute Idee. Und seit ein paar Tagen droht meinem Computer auch kein plötzlicher Hitzetod mehr, also hätte ich ein bischen Dual Core Idle-Zeit zu verbraten. Aber DEN Scheiß könnt ihr euch an den Hut stecken.
Sonntag, 25. Mai 2008Das Monty Hall Problem IIIn einem Anfall von Langeweile und weil "Sur3" in den Kommentaren des ersten Beitrages zum Monty Hall Problem immer noch nicht glaubt, dass es besser ist zu wechseln, habe ich eben ein kurzes (und echt hässliches) Python-Skript zusammengehackt, das eben dieses Problem simuliert. Die Ergebnisse bei 100.000 Durchläufen: % python montyhall.py Conclusive proof :)
Das Monty Hall Problem II Geschrieben von Turing
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18:56
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Samstag, 24. Mai 2008Skandal in DortmundIch habe gerade aus Langeweile die Küche geputzt.
Dienstag, 20. Mai 2008"..to become a politician"Diese Story ist zu gut, um sie einfach in den delicio.us-Links vergammeln zu lassen. Ein 13-jähriger Ami gewinnt bei WoW irgend etwas. Das nimmt er als Anlass, seinem Vater seine Kreditkarte zu klauen (der wohl "zu beschäftigt" ist, um sich darum zu kümmern). Damit kauft er sich mehrere Nutten, denen er erzählt, er und sein Freund seien halt kleinwüchsig. Deshalb dürften die Prostituierten aus Gleichberechtigkeitsgründen nicht als Kunden ablehnen. Der 13-jährige hat dann, um seinen WoW-Sieg zu feiern, befohlen, dass die Damen mit ihm "Halo" spielen. Da wurden die Prostituierten misstrauisch und riefen die Polizei an. Der letzte Satz des Artikels: "Ralph's ambition is to one day become a politician." Besser geht's einfach nicht. Unbedingt den Artikel lesen, das ist irgendwie noch deutlich surrealer, als ich es hier beschreiben kann.
"..to become a politician" Geschrieben von Turing
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23:16
Kommentare (0) Trackbacks (0) Donnerstag, 15. Mai 2008BorlandDies ist ein kleiner Nachruf. Mein erster Computer war ein 286er, da gab es nicht viel mehr als Assembler und die DOS-Stapelverarbeitung. Assembler war mir noch deutlich zu schwer, also beschränkte ich mich darauf, kleine Startscripte zu entwerfen, mit denen man genau so viel "konventionellen Speicher" zusammen bekommt, dass ein bestimmtes Spiel startet. Klassisch hatten Computer genau 640kb RAM. Programme, die vom Betriebssystem geladen wurden, belegten Teile dieses Speichers. Auch Maus- und Soundkartentreiber brauchten konventionellen Speicher, so dass Spiele oft nicht genug davon vorfanden, um überhaupt zu starten. In Erinnerung bliebt mir in der Hinsicht das Spiel "Aces over Europe", das so viel konventionellen Speicher benötigte, dass selbst ein hochgefahrener Computer ohne irgendwelche geladene Treiber den Start verweigerte. Ich weiß bis heute nicht, wie man 620k lower RAM realisieren soll. Insbesondere benötigten die meisten, neueren Spiele auch noch "erweiterten" Speicher. Das ist Speicher, der außerhalb der 640k adressiert werden kann, und dieser konnte entweder "XMS" oder "EMS" Speicher sein. Der Treiber, der diesen erweiterten Speicher nutzen kann, benötigte natürlich nochmal locker 40k konventionellen Speicher, was die Sache nur erschwerte. Aber das wollte ich gar nicht erzählen, ich schweife ab. Mein Vater ist "Nachrichtentechniker", also so eine Art Vorläufer des Informatikers. Er hat mir als erstes BASIC gezeigt, das war dann meine erste echte Programmiersprache. Später kam dann QBASIC, was vor allem die revolutionäre Neuerung besaß, dass man keine Zeilennummern mehr angeben musste, um den Programmfluss zu steuern. Die Dokumentation war immer noch in der IDE versteckt und leider auf Englisch, was in dem Alter nur mithilfe eines Wörterbuchs zumindest halbwegs zu erschließen war. Zu dem Zeitpunkt hatte ich die architektonischen Feinheiten eines Computers alles andere als durchschaut. Als mir mein Vater irgendwann "Turbo Pascal 5" schenkte, war ich vor allem verwirrt. Ich las die Dokumentation und verwirrte mich nur noch mehr. Was sollte z.B. ein Compiler oder ein Coprozessor sein? QBASIC war ein Interpreter, die Programme wurden als Text gespeichert und als solches ausgeführt. Wieso würde irgend jemand den ganzen Quatsch in eine andere, viel kompliziertere Sprache umwandeln wollen? Es dauerte zugegebenermaßen eine ganze Weile, bis ich den konzeptionellen Unterschied zwischen BASIC und Pascal begriff. Aber danach war es um mich geschehen. Externe Libraries, Maschinencode, prozedurale Programmierung, Rückgabewerte und Typisierung. Fantastisch. Schöne neue Welt. Jahrelang programmierte ich in Pascal sinnloses Zeug vor mich hin. Der Höhepunkt war so eine Art Hütchenspiel mit Intrografik und Highscoresystem. Nichts spektakuläres, aber ich war trotzdem stolz, den DOS-Text-Modus überwunden zu haben. Ohne wirklich zu begreifen, was ein Compiler genau tut, wechselte ich irgendwann kurz zu C, bekam irgendwas von einem gewissen C++ mit, dann bekam ich irgendwoher ein Buch über die allererste Version von Java. Zu dem Zeitpunkt habe ich Java vor allem mit Java-Applets identifiziert. Entsprechend war mir damals nicht ganz klar, warum Java die "action" Methode automatisch aufruft, woher wüsste das Programm, welche Methode die Programmlogik beinhaltet? Verwirrend. Nachdem ich zumindest konzeptionell begriffen hatte, was Middleware ist und dass Applets nicht identisch mit dem Begriff "Java" sind, wurde ich skeptisch. Ein Programm, dass ein Programm in eine fremde Sprache übersetzt? Und diese Sprache wird dann von einem wiederum anderen Programm in so etwas wie Assembler übersetzt und ausgeführt? Ich wandte mich wieder C++ zu. C++ war verwirrender als alles andere. Header-Files? Klassen? Die hatte ich bei Java relativ erfolgreich umschifft und benutzte sie maximal als bessere Structs (was viele heute noch machen). Aber gut, ich war bereit mich weiter zu entwickeln und habe die Grenzen der prozeduralen Arbeitsweise durchaus kennen gelernt. Sofort suchte ich nach IDE-Alternativen und fand vor allem Visual C++ von Microsoft und das gute alte Borland, diesmal mit dem "C++ Builder 5". Beides bot eine Art Wrapper über die unsägliche W32-API (was ich damals natürlich nie so bezeichnet hätte). Visual C++ hatte da die MFC zu bieten, Boland konnte mit VCL aufwarten. "Gut zu wissen", dachte ich schulterzuckend und schaute mir die IDEs selber an. Wo so oft schaffte es Microsoft nicht, mich vom Hocker zu hauen. Die IDE war okay, aber dann erblickte ich die API, die ich eigentlich gerade möglichst vermeiden wollte: "int WINAPI WinMain(HINSTANCE hInstance,HINSTANCE hPrevInstance,LPSTR lpCmdLine,int nCmdShow)". Yuck. Also Borland. Version 5 besorgt, installiert, gestartet. Hmm, Schaltflächen, die man einfach auf ein Formular zieht? Ein grüner Pfeil, mit dem man das Programm starten kann? Ohne auch nur einmal eine Zeile Code gesehen zu haben? Sold! Dabei konnte es natürlich nicht bleiben, ich beschäftigte mich mit der VCL, lernte die Libraries fast auswendig, erweiterte Widgets dass es eine Freude war. Endlich hatte ich meine programmiertechnische Heimat gefunden, die mir die nervigen Low-Level-Sachen abnahm, aber den Programmierer dabei nicht einschränkt. Viele schöne Borland-Jahre sollten folgen. Irgendwann hatte ich genug von Windows und wechselte zu Linux. Das ist wieder ein anderes Thema, aber Borland war ab da natürlich raus. Heute sind Makefiles (möglichst ohne autotools) meine Freunde und mit Low-Level habe ich mich auch angefreundet. Aber was ist aus Borland geworden? Nun ja, Microsoft dominierte den Markt mal wieder mit seiner verschissenen Monopolstellung. Borland benannte sich um, und wieder zurück, ließ Innovationen aber vermissen. Technisch gesehen zog Microsoft nach und verdrängte den einstigen Konkurrenten endgültig. Letzte Woche hat Borland seine IDE-Sparte endgültig verkauft. Und auch wenn das vielleicht ein wenig affig klingt: Mich macht das schon ein bischen traurig. Donnerstag, 1. Mai 2008Logische KonflikteDas heutige Fernsehprogramm: Aus Montag, 28. April 2008Was mache ich eigentlich den ganzen Tag?Das frage ich mich im Moment wirklich. Es ist schon wieder eine Woche her, dass ich etwas geschrieben habe, und ich kann mich nicht an irgendeine wirklich Zeit-fressende Aktivität erinnern, außer die paar Vorlesungen vielleicht. Wenn ich twittern würde, wüsste ich wenigstens, was ich eigentlich den ganzen, langen Tag so mache. Morgen kommt bloggen wieder ganz oben auf die Prioritätenliste. Ehrlich.
Ne, war gelogen, aber ich versuche demnächste mal wieder, wenigstens hin und wieder etwas zu schreiben. Sorry.
Was mache ich eigentlich den ganzen Tag? Geschrieben von Turing
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20:30
Kommentare (0) Trackbacks (0) Mittwoch, 2. April 2008OOXML ist ISO-StandardEines der widerlichsten Lehrstücke in Sachen Lobbyismus, Korruption und Monopolmissbrauch ist vorbei. Microsoft hat mal wieder seinen Willen bekommen. Und weil solche Schweinereien vor allem deswegen passieren, weil es den durchschnittlichen Nicht-Techniker und die Öffentlichkeit einen Scheißdreck interessiert, erkläre ich mal, was überhaupt los war. Bei den bisherigen Microsoft Office-Versionen konnte man ja vor allem im .doc Format speichern. Das ist ein Format, das Microsoft erfunden hat, und weil Microsoft traditionell ein Arschloch ist, wurden die Spezifikationen nicht veröffentlicht. Das bedeutet, dass andere Programme nicht einfach so ebenfalls im .doc Format speichern können, weil niemand genau weiß, wie man den Text genau abspeichern muss damit Word es auch lesen kann. Das wiederum bedeutet, dass Word keine ernsthaften Konkurrenten befürchten braucht, denn Office ist Quasi-Standard und damit auch .doc. Wenn sich eine Firma entschließen würde, z.B. OpenOffice einzusetzen, muss man mit den ganzen .doc klar kommen, die einem die Geschäftspartner schicken. Das geht aber wie gesagt nur schwierig, weil nur Microsoft weiß wie genau .docs aufgebaut sind. So hat Microsoft jahrelang ihr Monopol im Office Bereich aufrecht erhalten, obwohl OpenOffice ein würdiger Konkurrent ist, aber eben gezwungenermaßen nicht 100% mit Microsoft kompatibel sein kann. Jetzt sind einige Jahre vergangen, und die Zeichen stehen auf XML. Das ist vielleicht so etwas wie die Karosserie beim Auto, so eine Art Hülle. Was drin ist, muss jeder Hersteller selbst bestimmen, aber die grundlegende Form wird von XML bestimmt. Damit so eine Scheiße wie bei .doc nicht schon wieder passiert, hat die Welt sich überlegt, dass ein einheitlicher Office-Standard nötig wäre. Man setzte also ein Komitee zusammen, das den Standard ODF entwickelte. ODF ist insbesondere ein offener Standard, d.h. jeder kann ihn einsehen und sein Office-Programm so programmieren, dass Dokumente unter allen Programmen austauschbar sind. Auch Microsoft. Aber das mochte Redmond natürlich überhaupt nicht. Wenn jeder das weitläufig benutzte Office-Format implementieren könnte, würden vielleicht einige Leute darauf kommen, dass man keine hunderte Euro mehr für MS Office ausgeben muss. Firma A könnte mit OpenOffice die durch MS Office erstellte ODF Datei von Firma B ohne Probleme lesen. Welch schreckliche Vorstellung. Also erfand Microsoft den völlig überflüssigen Standard "Office Open XML", kurz OOXML. Von dem Fakt, dass es bereits einen funktionierenden Standard für genau das gleiche gibt, ließ sich niemand beeindrucken. Und Microsofts Standard war noch nicht einmal gut, geschweige denn offen. Zum Beispiel benutzt OOXML ein von Microsoft entwickeltes Format zur Darstellung von mathematischen Formeln anstatt dem offenen MathML. Das ist wiederum ein geschlossener Standard, Konkurrenten könnten deshalb die Unterstützung für Mathematik in OOXML nur teilweise implementieren. Es gibt noch ein Dutzend ähnliche Beispiele, wo bestimmte Dinge nur von Microsoft gewusst werden können. Schon alleine deswegen ist OOXML von niemandem ausser MS programmierbar, aber auch alleine die 6000(!) Seiten, die OOXML ausmachen, stellen sicher, dass nur äußerst finanzstarke Firmen überhaupt die Ressourcen für eine Implementation aufbringen können. Es ist unübersehbar: Microsoft versteckt sich hinter dem Deckmantel der Offenheit, hat aber gleichzeitig Trittfallen versteckt, die die Monopolstellung sichern sollen. Mal ganz abgesehen von all den Patenten, die Microsoft aller Wahrscheinlichkeit nach auf OOXML hat und im Zweifelsfall alle Konkurrenten kaputtklagen könnte. Also rief Microsoft das ISO-Komitee an und brachte sein Format in einem fairen Verfahren durch, wie es alle anderen zu standardisierenden Dinge auch durchlaufen müssen. Hört sich nicht nach Microsoft an? Ist so auch nicht passiert. Stattdessen meldeten sich plötzlich dutzende kleinere und größere Staaten an, um eine Stimme bei ISO zu bekommen, obwohl sie früher kein Interesse daran hatten. Mit Hilfe dieser Staaten gelang es Microsoft, OOXML auf den sog. "Fast Track" zu bekommen, was vor allem bedeutet, dass alle Länder weniger Zeit haben um den Standard überhaupt zu lesen, geschweige denn technisch zu bewerten. Um OOXML zum Standard zu machen, waren nur noch zwei Dinge nötig. Im ISO gibt es zwei Arten von Mitgliedern, die Permanent-Staaten (P) und die Observer-Staaten (O). Um einen Standard durch zu bekommen, müssen 2/3 aller P-Staaten mit "Ja" stimmen und nicht mehr als 25% aller P- und O-Staaten dürfen ablehnen. Die zweite Hürde war bereits relativ sicher übersprungen, denn die ganzen Neuanmeldungen waren O-Staaten und irgendwie waren die allesamt Pro-Microsoft. Damit mussten nur noch ein paar P-Staaten "überzeugt" werden. Und das ist letztlich auch noch gelungen - mit den haarsträubendsten Taktiken. Als schlimmstes Beispiel kann Norwegen gelten, wo in der internen Abstimmung 80% mit Nein stimmten, ein paar Leute mit vorgefertigten Meinungen aber mit Tricks, Kniffen und Formalitäten doch ein Ja an die ISO meldeten. Aber auch Deutschland hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, als bei der Abstimmung nur "Ja" und "Enthaltung" wählbar waren. Mit welchem kaputten Blödsinn die Befürworter argumentieren um das Offensichtliche irgendwie zu rechtfertigen, sieht man ganz gut an der Begründung der Norweger für ihr Ja:
Auf Deutsch: Der Standard ist scheiße und kaputt, deshalb müssen wir ihn ganz schnell durchwinken, damit Microsoft ihn verbessern kann. Wer hier nach irgendeiner versteckten Logik sucht, tut das vergebens. Natürlich würde ich nie, nie, niemals irgendjemandem Korruption vorwerfen, denn das wäre ja kriminell. Ich bin einfach nur wahnsinnig enttäuscht, dass im Zweifel die schmutzigen Taktiken immer gewinnen. Weiteres Lesematerial: Norway asks to suspend its 'Yes' vote on OOXML Microsoft guns Open XML onto ISO fast track ISO kürt Microsofts Dokumentenformat OOXML offiziell zum Standard (siehe auch die ganzen Links am Ende der Meldung) Dienstag, 9. Oktober 2007Phantom HourglassDie kleine Flaute in den letzten Tagen hat seinen Grund: Zelda - Phantom Hourglass. Endlich auf englisch erschinen habe ich (kaum) geruht, bis ich den Oberfiesling besiegt hatte. Zeit für ein kleines Review. (Kleinere Spoiler) Das Spiel fängt da an wo Wind Waker aufgehört hat. Link ist ein wenig.. eingerostet und chillt kräftig auf Tetras Piratenschiff. Diese ist auf der Suche nach einem Geisterschiff, das schließlich aus dem nichts auftaucht. Tetra springt auf das Schiff, man hört einen Schrei, Link stolpert hinterher, fällt ins Wasser und wacht auf einer Insel wieder auf. Die Mission ist klar - Tetra retten. Der erste Tempel ist praktischerweise gleich auf dieser Insel zu finden. Ein alter, mystischer Mann weist einem den Weg und ein erfahrener Zelda-Spieler weiss bereits, dass an dem alten Kerl mehr dran ist. Der erste Tempel ist der "Ocean King" Tempel und der entzieht einem Lebensenergie. Es gibt ein paar "Safe Zones", wo man sich ausruhen kann, aber außerhalb davon sollte man sich nur kurz aufhalten. Im ersten Anlauf rettet man den Kapitän Linebeck und organisiert ein "Sea Chart", eine von vier Teilen der Seekarte. Mit dieser Karte kann man dann auf Erkundungsfahrt gehen, verschiedene Inseln besuchen und andere Tempel bekämpfen. Soviel zu den Anfängen der Storyline. (Keine Spoiler mehr) Die Steuerung erfolgt ausschließlich mit dem Stift, was gewöhnungsbedürftig ist. Mir haben in der Hinsicht andere Teile besser gefallen. Schläge führt man aus, indem man auf den Gegner tippt, wild Striche in die Gegend zeichnet oder einen Kreis um Link für einen Rundumschlag zeichnet. Völlig nutzlos ist die Rolle geworden, denn man kann sie nur drei- oder viermal auführen bevor einem schwindelig wird. Großartig hingegen ist, dass man auf dem Topscreen immer die Karte hat. Man kann sogar darauf zeichnen, was man benutzen kann um sich bestimmte Hinweise zu merken oder Orte zu markieren, die man später noch einmal besuchen will (wenn man z.B. endlich den Enterhaken bekommt). Andere Rätsel sind extra für dieses Feature ausgelegt. Oft muss man Orte finden, diese auf der Karte verbinden und an den Schnittstellen graben oder andere Dinge tun. Manchmal kann man nur einen ganz bestimmten Weg gehen, damit man am gewünschten Ort heraus kommt. Auch hier kann man ihn auf der Karte einzeichnen und ihn dann später einfach nachfahren. Kurz gesagt: Die Karte ist großartig und macht das Spiel ungefähr doppelt so spaßig. Die Tempel sind ziemlich gut temperiert, nicht zu kurz, nicht zu lang und mit genug Variation. Der einzige Kritikpunkt ist die Gradlinigkeit, selten muss man nachdenken wo man hin muss, meistens gibt es nur einen Weg und der ist ziemlich offensichtlich. Die Endgegner sind auch lustig, wenn auch etwas zu leicht. Besonders ein Endgegner bleibt in Erinnerung, wenn mich die Erinnerung nicht trügt war es der vorletzte. Hier muss man sich selber mit einer bestimmten Konstruktion in der Luft katapultieren und greift im Fliegen an. Spaßig. Das Bild abrunden können die ganzen kleinen Nebenbeschäftigungen. Das traditionelle Wettbogenschießen, Bombenschießen auf dem Schiff und Schätze heben sorgen für Abwechslung. Und wenn man genug Geld hat, kann man Schiffsteile kaufen, sein Gefährt pimpen und alte Teile verramschen. Keine Frage: Das Spiel ist ganz großes Kino und mir fällt spontan kein besseres auf dem DS ein. Sogar im Vergleich mit anderen Zelda-Spielen nimmt es einen der Topplätze ein. Wer mit dem Gedanken spielt sich einen DS anzuschaffen hat jetzt endgültig keine Ausreden mehr. Entsprechend fallen andere Kritiken aus, die (fast) alle zwischen 90-95% pendeln. |
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